Chopins Männer

(c): SRF, Gian Vaitl


Chopins Männer von Moritz Weber

19. November, 18.30 Uhr

Nach einem vielbeachteten Feature für den Schweizer Rundfunk, das Moritz Weber über die Liebesbriefe des polnischen Komponist Frédéric Chopin an Männer gestaltete, legt er nun mit einer voluminösen Studie nach. Chopin soll Männer geliebt haben? Galt doch der Klaviervirtuose und Komponist bisher als Liebling der Frauen. Hatte er nicht ein Verhältnis mit George Sand? Und jetzt soll Chopin plötzlich schwul sein?

Penible recherchiert und mit philologischer Akribie geht Moritz Weber diesen Fragen nach. Dabei kommt zu Tage, dass Chopin eine Vielzahl an Liebesbriefen ausschließlich an Männer richtete. Nicht nur an seinem Jugendfreund und Lebensmenschen Tytus Sylwester Woyciechowski sondern auch an eine Reihe anderer Männer richtet Chopin glühende Liebeschwüre?

Alles nur romantischer Überschwang? Mitnichten. Weber setzt die persönlichen Zeugnisse mit einer detaillierten Rekonstruktion homosexuellen Lebens der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Bezug, legt die Beziehungsgeflechte von und um Chopin offen und deckt die Verschleierungsbemühungen einer ganzen Riege von Chopin-Biograf*innen auf. Zum Teil wurden die Briefeditionen bereinigt oder bei Übersetzungen der Briefe aus ursprünglich männlichen plötzlich weibliche Pronomen gemacht, um die wahren Adressaten von Chopins Liebesschwüren zu verschleiern.

Moritz Webers über 500-Seiten dicke Biografie birgt einige Sprengkraft und wird in der konservativen Musikwelt sicher noch für gehöriges Aufsehen sorgen.

Wir freuen uns, dass wir dieses aufsehenerregende Werk bei uns präsentieren können.

1120 1494 Qwien - Zentrum für queere Geschichte
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