Einblicke in die Österreichische Liga für Menschenrechte Archiv

Österreichische Liga für Menschenrechte

Die 1926 gegründete Österreichische Liga für Menschenrechte (ÖLfM) ist die älteste Menschenrechtsorganisation Österreichs. Qwien verbindet seit langem eine intensive Zusammenarbeit mit der Liga. 1938 im Zuge des „Anschlusses“ aufgelöst, wurde der Verein 1945/46 wiederbegründet. Ausgehend von einem FWF-Projekt (P-20475) wird die Geschichte der Liga und ihrer zahlreichen, seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gegründeten internationalen Schwesterorganisationen von einem Forscher*innenteam rund um Wolfgang Schmale und Christopher Treiblmayr am Institut für Geschichte der Universität Wien untersucht. Dabei konnte auch das seit 1938 verschollen geglaubte Vorkriegsarchiv der ÖLfM durch Recherchen in österreichischen, deutschen, französischen, russischen, schweizerischen und US-amerikanischen Archiven weitgehend rekonstruiert werden.

Wiedererrichtung und Öffnung eines verschollenen Archivs der Menschenrechte

Projektleitung: Christopher Treiblmayr
Hauptbearbeiter: Thomas Tretzmüller

2017 hat die ÖLfM ihr seit 1945 geführtes Archiv als Dauerleihgabe an Qwien übergeben. Von 2018 bis 2020 wurde es mit Hilfe von Fördergeldern des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus, des Zukunftsfonds der Republik Österreich (P17-3022) und der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien archivalisch aufgearbeitet, inventarisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dabei erfolgte eine Erweiterung des Bestands durch die an der Universität Wien gesammelten Materialien aus der Vorkriegszeit sowie durch rezentes Material, das von der Liga und einzelnen Mitgliedern laufend übergeben wird. Erläuterungen zum Bestand und zur Benutzung finden Sie hier.

Das Archiv der Liga vor und während seiner Aufarbeitung. Fotos: Christopher Treiblmayr/Qwien

Grundlegend zur Geschichte der internationalen Menschenrechtsligen: Wolfgang Schmale/Christopher Treiblmayr (Hg.), Human Rights Leagues in Europe (1898–2016). Stuttgart 2017.

Qwien ist ein idealer Standort für das Archiv, weil die Liga bereits seit den 1930er-Jahren für die Entkriminalisierung und Enttabuisierung von Homosexualität eingetreten ist. Einblicke in dieses Engagement – eines ihrer kontroverseren Aktivitätsfelder – und die bis in die Gründungszeit von Qwien zurückreichende Beschäftigung mit der Liga gibt ein Beitrag von Treiblmayr zur sogenannten „Ekstein-Petition“ 1930/31, abrufbar hier.

100 Jahre Österreichische Liga für Menschenrechte

Projektleitung: Christopher Treiblmayr
Koordination: Angelika Watzl, Barbara Helige
Wissenschaftliche Beratung: Wolfgang Schmale
Mitarbeit Recherche: Moritz Boesser
Betreuung Archivarbeit: Thomas Tretzmüller
Kuratorische Leitung Ausstellung: Hannes Sulzenbacher
Kuratorische Assistenz: Flora Gürth
Ausstellungsgestaltung: Max Sohm

2026 feiert die ÖLfM ihr 100-jähriges Gründungsjubiläum, das in Kooperation mit Qwien und dem Institut für Geschichte der Universität Wien zum Anlass genommen wird, ihre Geschichte weiter aufzuarbeiten und die in der bisherigen Archivarbeit deutlich gewordenen Lücken im Vereinsarchiv gezielt zu schließen. Im Projekt „100 Jahre Österreichische Liga für Menschenrechte“, gefördert vom Zukunftsfonds der Republik Österreich (P25-6161) und vom Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus, greifen Forschung, gezielte Archiverweiterung und Vermittlung ineinander. Im Herbst 2026 wird bei Qwien im Forum eine Ausstellung zur ÖLfM-Geschichte und zu ihrem historischen Vereinsarchiv gezeigt. Sie knüpft an die bisherigen Ergebnisse an, integriert die neuen Ergebnisse des Projekts und vermittelt beides in einem visuell zugänglichen und breitenwirksamen Format.

Die Ausstellung wird unterstützt von:

1920 2560 Qwien - Zentrum für queere Geschichte
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